Whitebox ESXi-Server: Variante 1

ESXi-Server Vorderseite

ESXi-Server Vorderseite

Da mein bisheriger Server langsam an seine Leistungsgrenzen gestoßen ist, und mich das Thema Virtualisierung natürlich auch gereizt hat, stand ein Umbau des vorhandenen Netzwerkes an.

Erst mal die Daten zum bisherigen Server und seine Aufgaben:

Windows 2000 Server auf einem Asus P5W Motherboard mit 6GB RAM und 6 Festplatten, zwei davon mit dem Board-eigenen Raid als Raid 1 zusammengefasst. Auf diesem Raid lag die Systempartition, die Datenablage und die wichtigsten virtualisierten Maschinen. Die anderen Platten waren für „unwichtige“ VMs und nicht so wichtige Daten.

Unter Windows liefen der Fileserver, der Faxserver und diverse kleinere Tools, etwa für automatische Backups.

Virtualisiert liefen auf diesem „braven“ System, welches 4 Jahre ohne Probleme durchgehalten hat, folgende VMs:

  • Debian Linux Server für email, Web und Datenbanken
  • Debian Linux Server 2 als Nachfolger für den Linux Server 1, ebenfalls email, Web und Datenbanken
  • Windows 2000 Datenbankserver für Entwicklungsumgebungen
  • Windows 2000 Professional für Datenaustausch (torrents etc.)
  • Windows XP für Experimente und Entwicklung
  • Außerdem nach Bedarf weitere VMs

Das ganze wurde mit dem VMWare-Server 1.06 umgesetzt, der ohne jedes Problem lief.

ESXi-Server Rückseite

ESXi-Server Rückseite

Von der 2er Version habe ich mich schnell wieder verabschiedet, da die Bedienungsoberfläche im Browser nur mit Plugin lief, was es aber für die damals aktuellen Browser leider nicht mehr gab. Wie das heute aussieht, weiß ich aber nicht.

Nun ja, und als dann der Bedarf nach weiteren VMs kam, etwa für Windows Vista und Windows 7, Ubuntu etc., wurde es doch langsam eng.

Außerdem lief dann da noch ein alter Siemens P3-PC mit einem Linux VDR, der sollte bei der Gelegenheit ebenfalls virtualisiert werden.

Der ESXi Server

Da bei mir noch ein „altes“ Asus P5Q-VM D0 Board sowie ein Pentium Dual Core E5500 mit 2,8GHz Prozessor im Bastelschrank lagen, war es kein großer Schritt mehr zum Virtualisierungsserver unter ESXi 4.

Erfreulicherweise unterstützten Board, Chipsatz und Prozessor alle wichtigen Dinge, vor allem das Durchreichen der PCI-Sat-Karte für den VDR sowie die AVM ISDN-Karte für den Fax-Server war möglich. Auch die OnBoard-Netzwerk-Karte wird vom ESXi automatisch erkannt, also kein Gefrickel mit irgendwelchen Konfig-Files.

Den Arbeitsspeicher habe ich auf 12GB aufgestockt und für den ESXi verwende ich als „Systemplatte“ einen einfachen 8GB USB-Stick (sieht man auf der Rückseite, ist so ein kleiner 1cm x 1cm großer Stick, nicht besonders schnell).

ESXi-Server Innenleben

ESXi-Server Innenleben

Da ich das System auch für Trainings ab und zu einsetze, habe ich noch einen Dreifach-SATA-Wechselrahmen eingebaut, so daß ich die drei normalen Platten (3 x 500GB SATA) leicht rausnehmen und die alte 80er Platte für die Trainings einsetzen kann.

Die PCI-Sat-Karte Nova-S-Plus sowie die PCI-ISN-Karte AVM Fritz werden jetzt beide an den VDR durchgereicht, der neben dem VDR nur noch einen Netzwerk-ISDN-Server bereitstellt.

Eine der drei 500er Platten wird direkt an die VM durchgereicht, die sich um die Datensicherung in meinem Netzwerk kümmert.
Und eh jetzt jemand meint, hach, aber alles in einem Gerät …
Neh, mittlerweile sind alle Produktiv-Systeme auf meinem zweiten ESXi Server am Laufen, und auf diesem wird nur ein Backup der Daten gezogen.
Und eh jetzt jemand meint, hach, aber die hängen doch beide an der gleichen USV …
Nachts sichern zwei weitere (echte) PCs alle Daten, einer steht bei mir im Haus, einer bei meinen Eltern :-)

Nachteilig bei diesem System sind eigentlich nur zwei Dinge:

  1. Das Board hat nur eine Netzwerkschnittstelle, bei vielen gleichzeitigen Aufgaben bremst das dann doch manchmal etwas. andererseits könnte ich aber auch in den freien PCIe-Slot noch eine Netzwerkkarte einsetzen.
  2. Der ESXi-Server unterstützt leider nicht die vom BIOS bereitgestellten RAID-Funktionen, so daß die Platten nicht als RAID1 konfiguriert werden können. Die Lösung wäre hier ein zusätzlicher „echter“ RAID-Controller, etwa der Dell PERC 5i, den es bei ebay schon recht preiswert gibt.

Nun ja, was soll ich sagen, der Rechner läuft jetzt seit zwei Jahren ohne jedes Problem, ein Update auf ESXi Version 5 ging ohne Probleme, die Version 5.1 empfehle ich jedoch nicht, da dieser leider einen Bug hat. Es wird nämlich der automatische Start der VMs nicht durchgeführt.

Phoenix-Übersicht-1

Phoenix-Übersicht-1

Wer also einen preiswerten ESXi Server (Whitebox) bauen will, hier nochmals die Hardware:

  • Board: Asus P5Q-VM D0
  • CPU: Pentium Dual Core E5500, 2.8GHz
  • Chipsatz: Intel Q45
  • VGA: onboard per CPU
  • RAM: 2 x 4GB und 2 x 2GB, jeweils DDR2
  • SATA: 6 x SATA2, davon 3 belegt
  • LAN: Intel 82567LM Gigabit

Aktuell laufen auf diesem Server 10 virtuelle Maschinen:

  • 3 x Linux
    Backup-Kopie meines Root-Servers bei Hetzner
    MediaServer BigBlueButton
    VDR
  • 7 x Windows
    2 x Datenbank-Entwicklungsrechner
    3 x Office-Trainingsrechner
    1 x Windows 2008R2 Server
    1 x Backup-System

So viel erst mal zu meinem ersten ESXi-Server, ich kann dieses System echt nur empfehlen.

Dieser Beitrag wurde unter IT-Technik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreib einen Kommentar